Der Filamentpreis allein ist kein belastbarer Verkaufspreis für einen 3D-Druck. Erst wenn Material, Maschine, Arbeitszeit, Fehldruckrisiko und Zusatzkosten vollständig erfasst sind, lässt sich ein Aufschlag bewusst wählen und der spätere Gewinn realistisch prüfen.
Welche Kosten gehören vor dem Aufschlag in die Kalkulation?
Ausgangspunkt sind die Produktionskosten je Stück. Dazu gehören nicht nur Filament und Strom, sondern auch Maschinenanteil, aktive Vor- und Nachbereitung, Trocknung, verbaute Komponenten, Verpackung, Verschleiß und ein begründeter Risikopuffer für Fehldrucke. Bei mehreren Teilen werden die Stückkosten erst nach dieser vollständigen Berechnung mit der Menge verbunden.
- Materialverbrauch mit dem tatsächlichen Spulenpreis berechnen.
- Druckzeit, Energie und anteilige Maschinenkosten berücksichtigen.
- Vorbereitung und Nachbearbeitung als aktive Arbeitszeit erfassen.
- Hardware, Komponenten, Verpackung und Verschleiß ergänzen.
- Fehldruckrisiko transparent statt pauschal im Endpreis verstecken.
In welcher Reihenfolge entsteht der Verkaufspreis?
Eine feste Reihenfolge verhindert Doppelzählungen. Zuerst erhöht ein prozentualer Aufschlag die Kostenbasis. Danach wird eine konfigurierte Umsatzsteuer auf den Nettopreis angewendet. Der Bruttostückpreis kann anschließend auf einen festgelegten Schritt aufgerundet, mit der Menge multipliziert und erst danach um einen prozentualen oder festen Rabatt vermindert werden.
Stückkosten × (1 + Aufschlag ÷ 100)
Nettopreis × (1 + Umsatzsteuer ÷ 100)
Aufgerundeter Stückpreis × Menge − Rabatt
Was ist der Unterschied zwischen Aufschlag und Marge?
Der Aufschlag bezieht sich auf die Kostenbasis: Bei 100 Euro Kosten und 40 Prozent Aufschlag entsteht vor Steuer ein Preis von 140 Euro. Die Marge setzt den Gewinn dagegen ins Verhältnis zum Nettoumsatz. Beide Prozentwerte sind deshalb nicht austauschbar. Wer nur den Aufschlag betrachtet, übersieht außerdem mögliche Versand- und Verkaufsplattformkosten.
- Aufschlag
- Gewinnanteil bezogen auf die zugrunde gelegten Kosten
- Gewinn
- Nettoumsatz minus Produktionskosten, Versand und Verkaufsgebühren
- Marge
- Gewinn ÷ Nettoumsatz × 100
Wie verändern Rabatt und Verkaufsgebühren das Ergebnis?
Ein Rabatt senkt den tatsächlich erzielten Preis. Prozentuale Marktplatzgebühren und eine feste Gebühr reduzieren den Gewinn danach zusätzlich; Versandkosten können ebenfalls beim Anbieter verbleiben. Deshalb sollte die Auswertung mit dem effektiven Verkaufspreis rechnen und nicht nur mit dem ursprünglichen Vorschlag.
- Vorschlag: Aufschlag, Steuer und Rundung nachvollziehbar anwenden.
- Menge: Stückpreis und Gesamtpreis klar unterscheiden.
- Rabatt: Prozent oder festen Betrag nur einmal abziehen.
- Plattform: Prozentuale und feste Verkaufsgebühr ergänzen.
- Ist-Preis: Den tatsächlich vereinbarten Verkaufspreis für die Gewinnprüfung verwenden.
Wann ist eine Kalkulation belastbar?
Prüfe, ob der Nettoumsatz nach Steuer höher als Produktionskosten, Versand und Gebühren ist. Ein positiver rechnerischer Gewinn ist noch keine Garantie für einen marktgerechten Preis: Aufwand, Lizenzrechte, Produkthaftung und die konkrete Nachfrage müssen separat beurteilt werden. Bewahre deshalb Annahmen und Ist-Werte gemeinsam mit dem Druckprojekt auf.
3D-Druck-Verkaufspreise mit Extruno kalkulieren
Extruno wird als Werkstatt-App für iPhone und iPad entwickelt. Der Kostenbereich verbindet Material, Trocknung, Arbeitszeit, Betriebskosten, Komponenten, Verpackung, Verschleiß und Fehldruckrisiko. Für Verkauf und Angebot berechnet die App daraus Preisvorschläge mit 40, 60, 80 Prozent oder einem eigenen Aufschlag, berücksichtigt konfigurierte Umsatzsteuer, Rundung, Menge und Rabatt und zeigt anschließend Verkaufspreis, Gewinn und Marge. Versand sowie prozentuale und feste Marktplatzgebühren fließen in die Gewinnprüfung ein. Die Kalkulation lässt sich als Projekt speichern. Extruno ist noch nicht öffentlich downloadbar.
Die vollständige Kostenbasis erklärt der Ratgeber zum Berechnen von 3D-Druck-Kosten. Für ein konkretes Kundendokument hilft anschließend die Anleitung zum Erstellen eines 3D-Druck-Angebots.
Kosten verstehen. Preis bewusst wählen. Ergebnis im Projekt behalten.
Frag die Release-Informationen an und erfahre, sobald Extruno öffentlich verfügbar ist.