Ein gelungenes Druckteil lässt sich später nur reproduzieren, wenn mehr als die STL-Datei erhalten bleibt. Drucker, konkrete Filamentspule, Slicer-Datei, Einstellungen, Laufzeit und Foto des echten Ergebnisses gehören zum selben Projekt. Eine vollständige Dokumentation macht gute Drucke wiederholbar und Fehldrucke zu verwertbarer Erfahrung.
Was gehört vor dem Druck ins Projekt?
Beginne mit Angaben, die den Druck eindeutig machen. Ein verständlicher Projekttitel, die Quelle des Modells und der geplante Zweck reichen als Ausgangspunkt. Ergänze anschließend nur Informationen, die für die Ausführung oder spätere Wiederholung wichtig sind.
- Projekt und Zweck: Benenne das Bauteil eindeutig und halte fest, ob es ein Test, Ersatzteil, Geschenk oder Auftrag ist.
- Modellquelle: Eigene Konstruktion, Download-Adresse, Lizenzhinweis und relevante Versionsangabe gemeinsam notieren.
- Druckdateien: Modell, Slicer-Projekt und tatsächlich verwendete Druckdatei derselben Version zuordnen.
- Planung: Stückzahl, Drucker, Platte, Material und erwartete Laufzeit vor dem Start prüfen.
Dateien so ablegen, dass die richtige Version erkennbar bleibt
Dateinamen wie „final“, „final-neu“ und „wirklich-final“ verlieren schnell ihren Zusammenhang. Bewahre deshalb Quelle, bearbeitetes Modell, Slicer-Projekt und ausgegebene Druckdatei als zusammengehörige Kette. Bei einer Änderung sollte erkennbar sein, welche Datei tatsächlich gedruckt wurde.
Die Unterschiede und eine vollständige Versionskette vertieft der Ratgeber zum Organisieren von STL-, 3MF- und G-Code-Dateien.
STL, 3MF oder eigenes Konstruktionsformat als Ausgangspunkt
Ausrichtung, Supports, Profile und individuelle Anpassungen
Die für Drucker und Material erzeugte Datei
Foto, Status, Messwerte und Bewertung des realen Drucks
Drucker, Filament und Einstellungen verbinden
Zwei Drucke desselben Modells können mit einem anderen Drucker oder einer anderen Spule völlig unterschiedlich ausfallen. Dokumentiere deshalb die konkrete Kombination statt nur allgemeiner Materialangaben. Besonders hilfreich sind Düsengröße, Schichthöhe, Temperaturen, Druckplatte, Laufzeit und tatsächlich verbrauchte Materialmenge.
- Drucker und Düse eindeutig zuordnen.
- Konkrete Filamentspule statt nur „PLA“ festhalten.
- Schichthöhe, Temperaturen und besondere Profilwerte notieren.
- Geplante und tatsächliche Laufzeit unterscheiden.
- Materialverbrauch mit dem Bestand der Spule verbinden.
Wie einzelne Spulen und ihre Restmengen organisiert werden, erklärt der Ratgeber zum 3D-Druck-Filament verwalten.
Das echte Druckergebnis bewerten
Schließe ein Projekt nicht mit „Druck beendet“, sondern mit einer kurzen Bewertung ab. Fotos des fertigen Teils, Maßhaltigkeit, sichtbare Fehler, Nachbearbeitung und Verwendungsfähigkeit zeigen, ob die gewählte Kombination funktioniert hat. Ein Fehldruck sollte mit Ursache und nächstem Versuch erhalten bleiben, statt spurlos zu verschwinden.
- Erfolgreich
- Verwendbar und für einen Wiederholungsdruck dokumentiert
- Mit Nacharbeit
- Verwendbar, aber Aufwand und Abweichungen festhalten
- Fehlgeschlagen
- Ursache, betroffene Schicht und nächsten Versuch notieren
- Archiviert
- Projekt bleibt auffindbar, ist aber nicht mehr aktiv
Kosten gehören ebenfalls zur Druckhistorie
Material, Energie, Maschinenzeit und Arbeitsaufwand erklären nicht die Druckqualität, aber den tatsächlichen Projektaufwand. Bewahre die Berechnung beim Projekt, damit ein Wiederholungsdruck nicht mit veralteten Mengen oder Preisen kalkuliert wird. Die einzelnen Kostenarten zeigt der Leitfaden zum Berechnen von 3D-Druck-Kosten.
Projektdokumentation in Extruno
Extruno wird als native iOS-App für 3D-Druck-Projekte und Druckhistorie entwickelt. Projekte verbinden Status, Drucker, Filament, Kosten, Projektfotos sowie Modell- und Druckdateien. Druckerprofile, Wartung, Kalibrierungsergebnisse und eine eigene Bibliothek ergänzen den Projektverlauf. Extruno befindet sich noch in Entwicklung und ist nicht öffentlich downloadbar.
Den Unterschied zwischen Slicer, Drucker-App und vollständiger Werkstattverwaltung erklärt der Ratgeber zur 3D-Druck-Verwaltungs-App.
Aus jedem Druck wird wiederverwendbare Werkstatterfahrung.
Frag die Release-Informationen an und erfahre, sobald Extruno öffentlich verfügbar ist.